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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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49 erteichte auch wirklich bald einen großen Saal, in den er ahnungslos, aber auf einen beſondern Anblick geſpannt, mit dem Strome hineintrat. Dort in der große⸗ ren Halle bemerkt, machten ihm die Um⸗ ſtehenden ſogleich Platz, und hoͤchſt be⸗ troffen ſtand nun der junge Mann vor

dem erſtarrten Bilde einer Schönheitsfuͤlle,

deren noch anmuthsvolle Jugend und uͤp⸗ pige Formen, bei einem Anzuge, als laͤ⸗ ge ſie da, zu beſſern, heiterern Freuden eingegangen, ſein erſtes Erſchrecken in ei⸗ ne faſt zu ſinnliche Wehmuth auflöſten⸗ Wie tief beklagte er die ſo fruͤh geknickte Lilie, die, wahrſcheinlich ohne die Freu⸗ den des Lebens und der Liebe je gekannt zu haben, leblos vor ſeinen Blicken ruhe⸗ te. Wie gern hätte er ſie zu beiden an ſeinem Herzen erwaͤrmt. Mußte ihm denn ein ſo ruhrendes Bild des Todes begeg⸗ nen, wo er den üppigen Genuß eines ju⸗ 4