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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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chen.»Den mußteſt Du behalten und fuͤr Dich aufbewahren!e rief es tief in ihrem Innern. Unfaͤhig, ihre Gedanken zu ordnen und auseinanderzuſetzen, ver⸗ richtete ſie, wie mechaniſch, das junge Herz von unwillkuͤhrlicher Todesangſt er⸗ griffen, in dumpfer Betaͤubung die vielen kleinen Geſchaͤfte, die ihr den Tag über oblagen; hoͤrte laͤchelnd und ſchweigend, ohne es zu faſſen, was ihr aus⸗ und eingehende Nachbarn und Hausfreunde ſagten, bis endlich das Leichenzimmer ge⸗ gen Abend, als die vielen Lichter ange⸗ zundet wurden, mit einer gemiſchten mur⸗ melnden Menge, beſonders Kindern und alten Frauen aus allen Staͤnden der klei⸗ nen Stadt, ſich fuͤllte. Da nahete ſie ſich, von der Mutter gemahnt, dem Be⸗ ſuchzimmer, in welchem die eingeladenen Gaͤſte ſich aufhielten; allein das laute, faſt fröhliche Geſpraͤch, das Klimpern der