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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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ch verließ ſie zuweilen, nach langen Zwi⸗

ſchenraͤumen, die Stadt, verlor ſich in die umgegend, und wenn ſie endlich plöt⸗ lich wieder erſchien, hieß es, daß ſie ent⸗ fernte Verwandte beſucht hatte. Sie gab ſich immer viel mit Kindern ab, und be⸗ ſonders ſchien Anna ihr Liebling zu ſeyn. Indeſſen aͤußerte ſie ſich, wie nahe es ihr zuweilen gelegt wurde, nie uͤber die Zukunft der ſo verſchiedenen Geſchwiſter, obgleich ſie mitunter Worte fallen ließ,

die begierig und ſtill von der lauernden

Mutter aufgefaßt wurden. So hatte ſie einſt bei ihrer Wieder⸗ erſcheinung im Orte einen n mrtal⸗

gebracht, welchen ſie dieſer um den Hals hing, und ſie ermahnte, ihn gut aufzu⸗

lenen Gluͤcksring, wie ſie ihn nannten, der kleinen heiteren, ruͤſtigen Anna mit⸗

bewahren, bis er an ihren kleinen Fin⸗ ger paſſen moͤchte; wenn ſie ihn nur