Teil eines Werkes 
1. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zweites Kapitel.

Auf der Haustreppe ſaß ein weißer Hühnerhund von edler Art. Er umwedelte den Baron, ward aber von dem öff⸗ nenden Bedienten mit einem Fußtritte weggejagt.

Um die Mutter nicht zu erſchrecken, wollte ſich Franz Karl erſt umkleiden. Der Geiſtliche drang aber darauf, er müſſe ſich gerade in dieſem ſprechenden Zuſtande von

der Frau von Coudenhove ſehen laſſen. Begreifen Sie denn nicht, ſagte er, daß der Kurfürſt für Ihre Satis⸗ faction intereſſirt werden muß, durch ſeine Couſine?

Die alte Baronin ſaß auf dem Kanapee neben der Generalin, einer ſchönen Frau im beſten Alter, von an⸗ muthigem Wuchs, reizender Fülle und einnehmenden Zü⸗ gen. Eine hübſche Blondine am Fenſter fütterte ein Schooshündchen mit Zuckerbrot. Es war des Barons Schweſter Cäcilie, zwei Jahre älter, als er.

Die Mutter entſetzte ſich über das Ausſehen ihres Franz Karl, beſonders als ſie vernahm, wie es gekommen. Der geiſtliche Rath erzählte den Vorfall und übertrieb, wenn auch nicht das Verfahren der Handwerker, doch das edle Benehmen des Barons mit einer Sicherheit, als ob er Augenzeuge von beidem geweſen. Er konnte vortrefflich erzählen, und ſchien ſeine Farben nur darum etwas ſtark aufzutragen, um zu zeigen, wie geſchickt er ſie zu verar⸗ beiten verſtand.

5

ſobe

ſf

Sol