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Körners Gedichte
Entstehung
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Das Lied von Treue.

W gern treu eigen ſein Liebchen hat, Den necken Stadt Und Hof mit gar mancherley Sorgen. Der Marſchall von Holm, den das Necken verdroß, Hielt klüglich deswegen auf ländlichem Schloß Seitweges ſein Liebchen verborgen.

Der Marſchall achtet' es nicht Beſchwer, Oft hin und her Bey Nacht und bey Nebel zu jagen. Er ritt, wann die Hähne das Morgenlied krähn, um wieder am Dienſte des Hofes zu ſtehn, Zur Stunde der lungernden Magen.

Der Marſchall jagte voll Liebesdrang Das Feld entlang, Vom Hauche der Schatten befeuchtet. Hui, tummle dich Senner! Verſäume kein Nu! Und bring' mich zum Neſtchen der Wolluſt und

Ruh, Eh' heller der Morgen uns leuchtet!

Er ſah ſein Schlößchen bald nicht mehr fern, Und wie den Stern es Morgens das Fenſterglas flimmern. Geduld noch, v Sonne, du weckendes Licht, Erwecke mein ſchlummerndes Liebchen noch nicht! Hör' auf, ihr in's Fenſier zu ſchimmern!