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Körners Gedichte
Entstehung
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Nektarkelch, du wareſt ſüß genug, Einen Strom des Lebens zu verſüßen, Sollt' er auch durch Weltenalter fließen.

Wehe mir! Seitdem du ſchwandeſt, trug Bitterkeit mir jeder Tag im Munde, Honig trägt nur meine Todesſtunde.

Auf die Morgenröthe. Sonett.

Wenn die goldne Frühe, neu geborey, Am Olymp mein matter Blick erſchaut, Dann erblaſſ' ich, wein' und ſeufze laut: Dort im Glanze wohnt, die ich verloren!

Grauer Tithon! du empfängſt Auroren Froh auf's neu', ſobald der Abend thaut; Aber ich umarm' erſt meine Braut An des Schattenlandes ſchwarzen Thoren.

Tithon! Deines Alters Dämmerung Mildert mit dem Strahl der Roſenſtirne Deine Gattin, ewig ſchön und jung:

Aber mir erloſchen die Geſtirne, Sank der Tag in öde Finſterniß, Als ſich Molly dieſer Welt entriß.