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Körners Gedichte
Entstehung
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Und eh' die Sonne noch untergeht, Harrt er ſtill am einſamen Orte,. Und leiſer ſchleicht, als der Zephyr weht, Wallhaide durch Hof und Pforte In ſtiller Luſt An Buhlens Bruſt, Und er haͤlt ſie mit treuem Verlangen Umfangen.

Sie traͤumen, ſie hätten im Himmel gelebt, Zwei kurze, ſchoͤne Minuken, 5 enner ſcheidet, wenn Dämm'rung niederwebt, Wenn die letzten Strahlen vergluthen. Roch Kuß auf Kuß Zum Abſchiedsgruß, 3 Dann eilt ſie, mit Thränen im Blicke, urucke.

Und wie ſie den Sommer ſo ſcheiden ſah'n, Fing Sehnſucht an, ſie zu gualen, Und Sl trat Rudolph den Grafen an: „Herr, ich mag's nicht länger verbehlen, „Ich liebe Wallhaid, „Drum gebt mir die Maid, „Auf daß ſie treueigen mir bleibe, Weibe!“

Da zog der Graf ein finſter Geſicht „Was dir ſolch' kecke Minne? „Mein Mädel, Rudolph, bekommſt Du nicht, „Das ſchlag Dir nur friſch aus dem Sinne!? „Ein reicher Baron „Fuͤhrt niorgen ſ on „Die Braut, trotz Thränen und Jammer, „Zur Kammer!“