Teil eines Werkes 
1. Band (1838)
Entstehung
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Die Flüſſe.

Rhein. Treu, wie dem Schweizer gebuͤhrt, vewach' ich Germaniens Graͤnze; Aber der Gallier huͤpft uͤber den duldenden Strom. Bhein und Moſel. Schon ſo lang' umarm' ich die lotharingiſche Jungfrau; Aber noch hat kein Sohn unſre Verbindung begluͤckt. Donau in** Mich umwohnt mit glänzendem Aug' das Volt der Phaiaken: Immer iſt's Sonntag, es dreht immer am Herd ſich der Spieß. Main. Meine Burgen zerfallen zwar; doch getroſtet erblick' ich Seit Jahrhunderten noch immer das alte Geſchlecht. 6 Faale. Kurz iſt mein Lauf und begruͤßt der Fuͤrſten, der Pdlker ſo vieles Aber die Fuͤrſten ſind gut, aber die Volker ſind frei. Ilm. Meine Ufer ſind arm; doch hoͤret die leiſere Welle⸗ Fuͤhret der Strom ſie vorbei, manches unſterbliche Lied. Pleiße. Flach iſt mein Ufer, und ſeicht mein Bach: es ſchdpften zu durſtig Meine Poeten mich, meine Proſaiker aus⸗ Elbe. All' ihr Andern, ihr ſprecht nur ein Kauderwaͤlſch— unter den Fluͤſſen Deutſchlands rede nur ich, und auch in Meißen, nur deutſch.