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Melancholie an Laura.
Laura— Sonnenaufgangsglut Brennt in deinen goldnen Blicken, In den Wangen ſpringt purpuriſch Blut, Deiner Thränen Perlenflut Nennt noch Mutter das Entzuͤcken— Wem der ſchoͤne Tropfe thaut, Wer darin Vergoͤtt'rung ſchaut, Ach, dem Juͤngling, der belohnet wimmert, Sonnen ſind ihm aufgedämmert!
Deine Seele, gleich der Spiegelwelle Silberklar und ſonnenhelle, Maiet noch den truͤben Herbſt um dich; Wuͤſten, dd' und ſchauerlich, Lichten ſich in deiner Strahlenquelle; Duͤſtrer Zukunft Nebelferne Goldet ſich in deinem Sterne; Laͤchelſt du der Reizeharmonie? Und ich weine uͤber ſie.—
Untergrub denn nicht der Erde PVeſte Lange ſchon das Reich der Nacht? Unſre ſtolz aufthuͤrmenden Paläſte, Unſrer Städte majeſtät'ſche Pracht Ruhen all' auf modernden Gebeinen; Deine Nelken ſaugen ſuͤßen Duft Aus Verweſung; deine Quellen weinen
Aus dem Becken einer— Menſchengruft.
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