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Augen. Es war jene Beſcheinigung von dem Tode Mirjam's. Ein Blick darauf lehrte Iddo, daß ihr Spiel verrathen ſei. Sie erbleichte, brach zuſammen, und ſank auf den Divan zurück. Pa⸗ trika aber zog das Blatt zurück, zerriß es und warf die Stücke vor die Füße Iddo's.
Nach einer Pauſe ſprach er:„Nun ich das Werk begonnen, muß ich es auch beenden. Ich gehe zum Kaiſer, um eure Be⸗ gnadigung zu erbitten. Ich bin gewiß, er wird ſie mir nicht ver⸗ ſagen, wenn ſie euch auch ein bedeutendes Strafgeld koſten wird.“
Er wandte ſich zum Ausgang des Zimmers mit raſchen Schritten, und wollte es verlaſſen. Da entrang ſich ein furcht⸗ barer Schrei der Bruſt Iddo's; ſie ſprang auf, eilte ihm nach, ergriff ſeinen Arm, und rief:„Patrika, bleib, höre mich!“ Er wandte ſich um und blieb ſtehen.„Patrika,“ fuhr ſie fort,„ich kann Deine Verachtung nicht ertragen, Dein Unwille iſt mir mehr als Tod. Du weißt jetzt, was mich zu ſolcher Handlung trieb. Wohlan, Du ſollſt mich wieder achten lernen; Dein Herz ſoll mir nicht ganz verſchloſſen bleiben. Auch ich habe ein Blatt Dir zu übergeben, ein Blatt zu zerreißen. Sieh, hier....“ Und mit zitternder Hand zog ſie ein Blatt aus ihrem Gewande, hielt es Patrika hin, und zerriß es dann vor ſeinen Augen in tauſend Stücke. Es war der Eidſchwur Mirjams, durch welchen ſie für das ganze Leben von Patrika getrennt bleiben ſollte.„Wie ich dieſes Blatt vernichte,“ ſprach Iddo mit dumpfem Tone,„ſo ver⸗ nichte ich auch jenen Schwur, und hebe alle Anſprüche auf Dich und Mirjam auf. Möge Gott euch zuſammenführen und bei einander erhalten— ich, ich werde mich in Alles finden, was mir noch beſchieden iſt!“
Patrika hatte ſtaunend das Thun Iddo's geſehen und ihre Worte vernommen. Ein Lächeln unendlichen Glückes zog über


