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fernung nichts im Wege ſtehe. Aber ſo wenig ſie die Zärtlichkeit ihres Vaters erfahren hatte während ihres ganzen Lebens, wie er es auch geweſen, der ſie genöthigt, ihre Jugend an der Seite eines ungeliebten, alternden Gatten zu vertrauern: ſie wollte ihn nicht verlaſſen in ſeiner Noth. Da die Diener des Hauſes größten⸗ theils geflohen waren, übernahm ſie alle Sorge für ihren Vater und bediente ihn aufmerkſam; ſie ſprach den Männern des Volkes zu und dies zugleich mit einer Herzhaftigkeit und mit einer Milde, daß ſie einen gewiſſen Einfluß auf ſie gewann; ſie ſuchte ſie nicht ihrer übernommenen Pflicht untren zu machen, aber durch Speiſe, Trank und kleine Geſchenke höflicher und wohlwollender zu ſtim⸗ men. Dann ging ſie daran, die wichtigſten Papiere und werth⸗ vollſten Gegenſtände an geheimen Orten zu verbergen, und durch alles dies dem gebeugten Greiſe einige Zuverſicht einzuflößen. Ob ſie in ihrem Herzen ihre Hoffnung auf Patrika geſtellt, ob ſie mit dem Siege“ des Julian auch die Erfüllung ihrer geheimen Wünſche erwartete? Sie verrieth ſich hierüber nicht, bewährte aber überall Entſchloſſenheit, Energie und Hingebung.
Schneller noch, als man geglaubt, kamen die Heerhaufen des Julian nach Rom. Sie hatten keinen Widerſtand gefunden, und ihr Marſch glich mehr einem Triumph⸗ als einem Kriegszug. Je enthaltſamer, den Befehlen ihrer Oberen getreu, ſich dieſe, Italien faſt alie fremden Truppen bis dahin benommen hatten, deſto ſicherer rechneten ſie auf die Erfüllung des ihnen gegebenen Verſprechens, daß ihnen die Häuſer und Güter der Anhänger des Conſtantius zur Plünderung überlaſſen werden. Die einzelnen Trup⸗ pentheile ſollten zu den verſchiedenen Thoren Roms einbrechen, jedem derſelben war ein beſonderes Quartier angewieſen. Die Pro⸗ ſcriptionsliſten waren von kundiger Hand entworfen und den ein⸗ zelnen Cohorten übergeben. Sobald daher die Soldaten die Thore


