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aus, wenn nur Frömmigkeit und Gelehrſamkeit da iſt, und ſo ſoll es bleiben für alle Zeiten.“
„Um ſo mehr wundert es mich, daß Ihr einen ſo jungen Menſchen, wie den Patrika, ſeines Reichthums wegen zu ſo hoher Würde erhoben habt. Das muß man nicht dulden, das darf man nicht aufkommen laſſen, wenn nicht Alles zu Grunde gehen 4
„Da irrſt Du doch ſehr, Eldad, Patrika—“
Der Sprecher hatte nicht Zeit, ſeinen Satz zu denn der Jüngling, hinter welchem die Männer ihr Geſpräch ge⸗ führt, drehte ſich raſch um und fiel ihnen in die Rede:
„Was wißt Ihr vom Patrika, Ihr Schwätzer, muß es Euch nicht genug ſein, daß das Sanhedrin dieſen jungen Mann zu dieſem hohen Amte gewählt hat? Seht, das iſt alter Wein in einen neuen Schlauch gefüllt, und das iſt viel beſſer, als abgeſtan⸗ dener Moſt in einem zerſchliſſenen Ziegenfell. Euch freilich, die Ihr unten ſteht, erſcheint die Ceder auf der Höhe klein, während ihr Gipfel ſchon in die Wolken reicht. Und wißt Ihr nicht, daß in ſeinen Adern königliches Blut fließet? Seine Mutter war die Schweſter des großen Patriarchen Hillel, des Fürſten, den Gott erhalten möge! Heil dem, den dieſer junge Aar auf ſeine Schwingen nimmt und mit ſich emporträgt! Aber—“
Der junge Mann mußte den Fluß ſeiner Rede einhalten, denn während derſelben hatten die Umſtehenden die Unterbrechung ſeiner Aufmerkſamkeit benutzt, um ſich vorzudrängen, und er hatte genug zu thun, um die Ordnung leidlich wieder herzuſtellen. Der Bürger von Safed flüſterte dem Bürger von Sepphoris leiſe in das Ohr:„Wer iſt dieſer Grobian, der ſein Loblied auf den Reichen nicht ohne Schimpf für uns laſſen konnte?“
„Riechſt Du das nicht, lautete die Antwort, es iſt ein Gerber, Amnon ſein Name, und ein Milchbruder Patrika's.“


