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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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ihnen darin wenig; ſie waren ſämmtlich aus den mittleren Lebens⸗ jahren, theils derbe, theils ſchwache Geſtalten, alle aber ohne be⸗ ſondere Haltung, ohne mehr als gewöhnlichen Ausdruck. Auffal⸗ lend war es, daß der voranſchreitende Vorſteher des hohen Rathes ein noch ſehr junger Mann war, kaum über die Hälfte der zwan⸗ ziger Jahre hinaus. Aber ſeine Erſcheinung war darum doch nicht ohne Bedeutung. Er war von Geſtalt groß, ſchlank und kräftig und trug das wohlgeformte Haupt ſtolz aufgerichtet. Sein eben⸗ mäßiges, von einem ſtarken ſchwarzen Barte umrahmtes Geſicht trug den Ausdruck einer tiefen, langgenährten Trauer, und die etwas harten Züge um ſeinen Mund bewieſen, daß durch dieſe Seele ſchon ſchwere Kämpfe hindurchgegangen. Deſto feuriger blitzte ſein dunkles Auge, das lebhaft über alle Dinge um ihn her⸗ ſchweifte und ſie ſchnell in ſich aufzunehmen ſchien. Solche Augen zeugen von einem hohen, idealen Feuer, das im Geiſte brennt, und dennoch zugleich von der Fähigkeit, die Dinge in ihrer Wirk⸗ lichkeit zu beurtheilen und ſie praktiſch zu verwerthen. Die Zahl der Mitglieder des Sanhedrins einſchließlich ihres Vorſtandes war drei und zwanzig, wie bei allen dieſen örtlichen Gerichts⸗ höfen. Ihre Kleidung glich ſich mit etwa kleinen Verſchiedenheiten des Schnittes; ſie trugen weiße Unter⸗ und Obergewänder von feinem Linnen und großer Sauberkeit; von derſelben Farbe war der Bund, mit welchem ſie ihr Haupt umhüllt hatten, und nur der Gürtel, der ihr Obergewand umſchloß, war von beliebiger Farbe. Aber auch hierin unterſchied ſich der voranſchreitende Vor⸗ ſteher von den übrigen, denn er hatte über dieſer Kleidung noch einen Ueberwurf von einem feinen Thierfell, carmoiſinroth ge⸗ färbt und auf der Bruſt von einer goldenen Spange zuſammen⸗ gehalten. In der Hand trug er einen großen vergoldeten Schlüſſel. Wie ſich dieſer Zug auf der Heerſtraße nach dem Viereck