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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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Das Weſtthor von Sepphoris ſtand weit offen, und durch ſeine dunkle Wölbung ergoß ſich der Strom der Bewohner. Ein Theil derſelben hatte bereits die letzten Wälle der ſtark befeſtigten Stadt überſchritten und zu beiden Seiten der großen Straße, welche gen Nordweſt nach Munda und von da nach Akko führte, die angrenzenden Felder beſetzt. Aber immer mehr Maſſen brachen aus der Stadt und mußten immer weiter ziehen, um Platz an der Heerſtraße zu finden. Es war ein Gewühl von Männern, Jünglingen und Knaben aus allen Ständen und Gewerben, in die bunteſten Gewänder gekleidet. Aber kein weibliches Weſen war unter ihnen zu ſehen. Draußen auf den Feldern längs der Straße vertheilten ſie ſich in Gruppen, ſtanden, hockten nieder oder bewegten ſich von einer Stelle zur andern. In Allen ſchien eine große Aufregung zu herrſchen, und dies that ſich inſonders durch die lebhaften Geſpräche kund, die ſich überall anſpannen, ſo daß ein Toſen vieler Stimmen über der ganzen Menge ſchwebte. Nicht minder lebhaft ging es auf den Straßen der Stadt zu. Aus den kleinen Pforten der Außenmauern aller Häuſer kamen immer mehr Leute heraus und nahmen ihren Weg nach der breiten Hochſtraße, welche vom Weſtthore durch die ganze Stadt zu dem auf der Höhe gelegenen Caſtell anſtieg. Dieſes Caſtell nahm nicht blos die höchſte Stelle der Stadt ein, ſondern bildete auch den Mittelpunkt derſelben. Denn nach allen Seiten hin liefen von der Höhe die Straßen der Stadt hinunter in die Ebene, allerdings nicht in regelmäßiger Form, ſondern wie man in der