„Ach Gott, unſere arme Kuh! Unſere Ziegen, unſere Hühner!“ ſeufzte Frau Marie. 8 „Können wir die Thiere nicht retten, ſo will ich ihnen wenigſtens die Stallthür öffnen!“ ſagte Anton entſchloſſen.„Dann retten ſie vielleicht ſich ſelbſt, und müſſen wenigſtens nicht elendiglich ohne Kampf erſticken!“
Raſch ein Fenſter aufreißend, ſprang er in den Hof hinaus. Hier ging ihm das Waſſer bis an den Gür⸗ tel, aber er watete durch und erreichte glücklich die Ställe, deren Riegel er zur Seite ſchob und die Thü⸗ ren weit aufſperrte. Die Kuh, die Ziegen, die Hühner ſtürzten heraus. Ihrem Inſtinkte folgend, flüchteten ſie durch den Garten in's Weite. Die Kuh und die Ziegen verſchwanden ſchnell im Dunkel der Nacht, die Hühner flatterten kreiſchend von Baum- zu Baum. Anton überließ Alle ihrem Schickſale und kehrte eiligſt in die Hütte zurück, um nach Frau und Kindern zu ſehen.
„Eile dich, Marie!“ ſagte er.„Das Waſſer wächst noch mit Macht, und wir dürfen keine Minute verlie⸗ ren, wenn wir unſer Leben in Sicherheit bringen wol⸗ len! Wo iſt Luiſe 2“
Luiſe kam ſchon die Treppe herunter, die nach dem Boden führte. Sie war bleich, aber beſonnen und ge⸗ faßt. Auch Marie hatte ſich aus der Beräubung des erſten Schreckens aufgerafft, und warf, obwohl mit noch ein wenig zitternden Händen, den laut weinenden Kin⸗ dern die Kleider über. Luiſe ging ihr dabei zur Hand. Anton rief ihnen einige ermunternde Worte zu, und verſuchte dann durch den Hausflur nach ſeinem Kahne zu kommen, von deſſen Erhaltung e ihre


