—0 —
Erſtes Kapitel. Die Fiſcherhütte.
In einer der lieblichſten Gegenden deutſchen Lan⸗ des, nahe am Rheine, und kaum eine Viertelſtunde von einem in Buſch und Gärten verſteckten Dorfe entfernt,
über welches ein grün bewachſener Hügel mit einem
ſchönen und ſtolzen Schloſſe emporragte, lag ſtill und einſam eine niedere, kleine Fiſcherhütte.
Ja, gewiß, niedrig und klein war ſie, aber dabei ſo blank und ſauber mit ihren weiß getünchten Wänden, und ihren im Sonnenſchein blitzenden Fenſtern, ſo an⸗ muthig und freundlich mit den rankenden weißen und rothen Roſen und den dicht belaubten Weinreben, die ſich bis unter das Dach und ſelbſt noch auf das Dach hinauf zogen, daß man beim erſten Erblicken dieſer klei⸗ nen, hellen, blanken, grün umlaubten Hütte unwill⸗ kührlich auf den Gedanken kommen mußte, ſie müſſe auch von frohen, zufriedenen, alſo glücklichen, wenn auch vielleicht armen Leuten bewohnt ſein.
Und doch würde man mit dieſem Gedanken nicht
ganz das Rechte getroffen haben. Frohen Sinn und
Brave Leute.


