und ſeit die Erde ſo viel Blut getrunken, wollen die
Roſen von Chios nicht mehr wachſen. Die vierzig
Dörfer ſind herabgekommen; die ſchoͤnen Wälder von Orangen, deren ſüßen Duft der Wind uͤber das Meer trug ſind verbrannt. Bis in die Berge hin⸗ auf hat der Osmane gegen Natur und Menſchen in ſeiner zerſtoͤrenden Wuth gefrevelt.“
Der Mann, der in zitternder Haſt dieſe Worte geſprochen, ſchwieg hier und nur die Lippen beweg⸗ ten ſich fort. Es ſchien als trage er Scheu, ſich weiter auszulaſſen. In ſichtbarer Erregung ſchritt er zwiſchen Ballen und ſchlafenden Menſchen, die auf dem Decke ſeines Schiffes zuſammengekauert la⸗ gen und den nahenden Morgen nur an der feuchte⸗ ren Atmoſphaͤre empfinden mochten, indem ſie ſich dichter in die braunen Capotten eingehullt hatten, einher. Ein friſcher Wind führte die Arche von Holz mit vollen Segeln uͤber das Meer. Der lange, weiße Streifen, wie eine Schlange durch die Fluth ſich ziehend, vom ranſchenden, ſchaͤumenden Kiele ausgehend, zeugte von dem raſchen Laufe. Das duͤ⸗ ſter gluͤhende Auge des Seemanns, nicht mehr in der Ferne, ſondern auf dem wohlbekannten Decke und den vollen Segeln ſeines Schiffes weilend, klärte ſich auf.
Eine europäiſche Meernatur— dem griechi⸗ ſchen Grundſatze, daß der Orient mit ſeinen jungen


