Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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Tagen! Und nur die reinſte verbreitete Sittlich⸗ keit iſt die wahre Sitte, und mit ihr erſt die Ehre in ihrer Herrlichkeit, frei von allem fal⸗ ſchen Schein. O mir war Alles klar!

Aber das half mir nicht zu meinem Freunde, der ſich mir geopfert hatte!

Jetzt warte ich noch Einen Mond! Und kommt er dann noch nicht, ſo gehe ich nach der Stadt, und erforſche ich dort nichts von ihm, ſo gehe ich ſelber noch einmal nach Martaban, ob auch Lykos nicht da iſt, nicht weiß!

Und ſollte ich umkommen auf dem Gange, ſo habe ich Dir doch geſchrieben, wie Alles ſich wahrhaft begeben.

So lebe denn wohl und grüße die Schweſter!

So eben hat Lykos mein müdes, weißes Pferd in den Stall geführt und iſt ſtillſchwei⸗ gend hinweggegangen! Ehrlich, ſtolz, dankbar, aber er hat ſich die Augen getrocknet, als ſtreiche er ſeine ſchwarzen Haare nur aus dem Geſicht. Sein Freund iſt hin und er geht zu ſeiner Heerde in die Pracht der Berge.