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ger trete, höre ich ihn ängſtlich, grauſenvoll ſtöh⸗ nen! Ich ſehe Blut auf der Decke; es ſteckte ihm ein Handſchar— ein Dolch— in der Bruſt.— Ja, ich ſehe, als ich ihn herausziehe, es iſt mein Handſchar! den ich, als ungebraucht, nicht vermißt.
Ich ſtehe noch ſtumm und betreten,— als ſchon Stimmen unter den Fenſtern, und Stim⸗ men hereinſtürzender Türken„Mord! Mord!“ ru⸗ fen,— und mich erblickend:„Ergreift den Mör⸗ der! Erſchlagt den Hund!“
Dagegen war keine Abwehr, keine Gegen⸗ wehr! Die Türken waren raſend und mit Recht! Nur gegen Mich, mit Unrecht, mit Unſinn— mit Täuſchung.— Aber wer enttäuſcht auf der Stelle wüthende Menſchen?— Ich hatte von Glück zu ſagen, daß ich nicht buchſtäblich in Stücke zerhauen ward, daß unſer Hausherr ſich verbürgte, daß ich zum Richter, und in das Ge⸗ fängniß gebracht wurde.
Und ſo geſchah es.— Mein Freund war auf einige Tage nach dem ſchönen Chio gefahren, er kam zur rechten Stunde vor meiner Verur⸗ theilung wieder. Ob ein Vergifteter auch noch könne ermordet werden— was bei uns mit Recht viel Unterſuchungen veranlaßt ha⸗


