Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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wenn ſonſt nirgend umher mehr etwas Schönes ſei, ſo blühte und duftete Alles. So voll war jeder Spalt und jede Ader im Felſen mit blauen Blumenglocken ausgedrängt, oder doch mit ſma⸗ ragdenem Gras! So funkelte jedes Sandkorn am Boden!

Da gewahrte ich, ſelbſt ungeſehen, mir un⸗ fern gegenüber, Erina, die einen Blumenkranz gewunden hatte. Sie ſetzte ſich ihn dreimal auf am Rande des Baches, und dreimal nahm ſie ihn ab, und warf ihn dann mit Geberden einer Bittenden hinein. Das war ein Opfer an den Bach oder ſeine jungfräulichen Bewohner, wie auch die Slaven es hatten und haben, ein Opfer um Erwerbung, Erhaltung oder Bewahrung und Errettung eines Geliebten!

Dieſen Anblick von ſolcher Geſtalt in ſol⸗ cher zauberiſchen Natur ſehen! es fühlen— es geht dich an! Wem trifft das nicht das Herz! Flüchtig war ſie fort, aber ich fand den Kranz ſchwimmen, ich ſah ihn mit kindiſchem Entzücken, und wenn meine Seele ſich recht erinnert, ſo hat ſie nie etwas Rührenderes Lieberes geſehen.— Ich ließ ihn ſeiner Wege ziehen! die Erfüllung zu bewirken, die doch in meinem Herzen lag, aber unreif, wie eine Granate, die erſt die Krone