Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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zens voll Schüchternheit und doch voll unab⸗ werflicher Bedingtheit, wie eine züchtige, immer⸗ fort erröthende angetraute Braut am Hochzeit⸗ tiſche. Sie goß mir zuerſt bräunlichen Wein in das einzig vorhandene, dann allen gemeinſam große Glas ein; dabei ſah mich ihre Schweſter zum erſten Male ſicher neugierig und immer freund⸗ lichet lächelnd an, Erina aber ſah ihre Schweſter an, und ſah das Lächeln, das Immerfreundlicher⸗ werden, verſann ſich an ihr, und vergoß— und goß über das lange ſchon volle Glas, noch im⸗ mer Wein— wie eine marmorne Nymphe am Brunnen ſtill immerfort ausgießt.

Wahrhaftig, ich mußte ſeufzen über die ſchöne, verrätheriſche und ſich verrathende Natur. Ja, ich will es nicht verſchweigen, die Augen wurden mir feucht.

Ueber dem Mahl war es Abend geworden. Ich hatte geſagt, meine naßgewordenen Sachen auspacken und aufhängen zu müſſen, ging auf mein Zimmer, und auf einen Wink mit den Au⸗ genbrauen von Demeter, folgte mir Erina. Auf dem Saale begegneten wir einem alten Mütter⸗ chen, nicht die Mutter, ſondern ſchon die Groß⸗ mutter Erina's, jahrebeladen, ja davon gebeugt, blaß, mager, und doch funkelte ſie mit den feu⸗