Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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die ihm unter ſeinem Haupte gereift. Denn die Schönheit der Welt iſt zu groß und zu ſchwer, und wir Alle ſind Kinder,— die keinen Apfel in der Taſche verſchweigen können, oder einen Vogel unter dem Hut; und ſelbſt das Veilchen in des Mädchens Buſen verräth ſich durch ſeinen Duft,— und ſie muß geſtehen und geſteht, ſie iſt draußen im Frühling geweſen,— und hat gepflückt!

Wir Alle pflücken aber nicht immer Veil⸗ chen! gewöhnlich wir Männer nicht,— denn das Leben hat mich aus dem Jüngling auch ſchon zum Manne gemacht, oder wenigſtens in den Mann gekleidet; der Jüngling ſchimmert jedoch noch ſichtbar hindurch!— Aber auch die Weiber, ſelber die Mädchen brechen auch manchmal von demſelben reinen Lebensbaume giftige Zweige! Wenn mich hunderttauſend Kugeln und Säbel⸗ hiebe verſchonten, ſo bin ich doch dem Tode durch eine Jungfrau nur durch ein Wunder entgangen! Und wofür ich durch ſie ſterben ſollte, dafür hätte ich bei uns ein Keuſchblatt vom Keuſch⸗ baume verdient.— Aber die Sitten ſind ſo ver⸗ ſchieden bei den Völkern, wie die Ehre. Die Sache iſt merkwürdig, weil ſie wahr iſt. Ein Reiſender iſt kein Richter, ſondern ein Lehrling