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O wie gern hätte ich dir manchen ganzen Tag geſchenkt, den ich müde oder unbedacht ver⸗ lebt! Ich hätte den Tag wollen todt ſein, oder ſchlafen,— oder noch lieber an deiner Stelle die Heimath ſeh'n, unſte Mutter, unſre Schwe⸗ ſter, unſern Garten, ja, von weitem nur unſer Schloß!— Aber Jeder muß an ſeinen Ort ge⸗ bannt, ſein Leben, jeden Tag, jede Stunde ſelbſt einſtreichen, und für ſein frohes Gefühl, für ſei⸗ nen Schmerz kann er keinen Andern, keinen Freund, keinen Feind eintreten laſſen.— Alſo wünſchte ich doch, du hätteſt den Schlachttag
von Konieh mit mir geſeh'n!— Denn einen ſolchen Tag, den man geſund überlebt hat, ein
ſolches Lebensbild aus dem eigenen Leben, ſchenkt man noch wohl kaum und noch weniger weg, als den ſchönſten Wouvermann, der doch dagegen wahrhaftig nur eine elende Stümperei iſt— Das aber fühl' ich und weiß ich: Keinem Reiſenden und Wanderer in fremden Landen iſt es möglich, nicht zu ſagen: was er geſeh'n und
was er gelebt hat; er hat ſonſt keinen Geiſt ge⸗
habt zu ſchauen, kein Herz zu fühlen; das Herz
muß ſich ihm aufthun, es muß ſpringen, wie die
ausgedrängt volle Baumwollennuß! Es muß, wie der Dattelbaum, ſeine Datteln herabſchütteln,


