Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35

verdientermaßen! Denn die Liebe einer Frau verdienen, iſt ja das größte Verdienſt und bringt, wie Sie ſehen, das Meiſte ein, und Ihnen einen Thron, ein Land wie ein Paradies und wohl zehnmal ſo groß und voll herrlicher Even, ohne Schlangen!— Ich bitte alſo inſtändigſt um Ihre fernere Freundſchaft, verzeihen Durchlaucht, nur um Ihre Gnade, aber um dieſe auch tief⸗unter⸗ thänigſt. Was ich weiß, aber weiß ich durch den alten Mexikaner, der ſich Ihnen gleichſam zu Füßen wirft.“

So ſprach er und wollte faſt vor mich hin⸗ knieen. Ich warf mich nun in die Bruſt und parodirte Shakeſpears Wort mir im Herzen ſo: Einen Magen für ein Königreich! ja— mei⸗ nen Magen! Dann legte ich die Hand auf ſeine mir ſehr wohlbekannte Stelle, ſtreichelte ihn und ſagte: Schlafe du nun, mein guͤtes Kind, mein liebes Kind, das ich gehalten wie meinen Augapfel! Schlafe! Vielleicht haſt du Hoff⸗ nung in jener Welt wieder zu erwachen— in Europa!

„Noch iſt nicht aller Tage Abend!

„Noch iſt nicht aller Nächte Morgen „Noch iſt nicht aller Morgen Licht!“

Schlaf' alſo bis zum Morgenlicht, zu deinem neuen, und ich verſichere dich, beſſerem Leben! 3