Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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dem Schiffe am Abfahrtsabend. Aber ich ſandte ihm das arme Ding in tauſend Thränen ſchwim⸗ mend, doch in der männerverderblichen Saya unerkannt, treu wieder zurück ans Land.

Statt ſeiner hatte ich ein Factotum, gleich dem Winde, mit mir einen perfecten Koch, der auch zugleich ein imperfecter Doctor war, meinen edlen Ignazio. Ich war alſo wohl ver⸗ ſehen, und brauchte nicht mehr. Denn ſtatt den Sturm zu beſchreiben, der uns ſechs Wochen peitſchte man merke wohl, wie weit man in ſechs Wochen verſchlagen werden kann, da ein

Sturm, ein Himmelskind von 24 Stunden uns

ſchon 100 Meilen weit bläſt ſtatt deſſen will ich lieber ſagen, was der Sweck meiner Reiſe war der Magen! Nicht aller Menſchen Ma⸗ gen, ſonſt blos meiner, meine Zunge, mein Fein⸗ geſchmack! Es war mir nämlich nicht viel Neues mehr auf der Welt übrig. Pferde, Spiel, Thea⸗ ter und alles dergleichen hatte ich herzlich ſatt und die Weiber, ſelbſt die jüngſten ſind ſo erſtaunend klug und haben ſo ſcharfe Augen, daß ſie durch alle Toiletten durchſehen, ob Einer noch jung iſt, wirklich jung oder ſchon wirklich etwas alt und etwas ſchwach. Und ich lobe ſie drum; denn mit Recht will Jugend und Kraft