Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 55—.

„hochſtens dann wieder zum Epportator bringt. Uns „kam aber noch Alles zu, ſogar die Weiber— auch „mir Deine Mutter, meine zweite Frau, die mit Dir „unter ihrem Herzen und meiner fruͤheren kleinen Toch⸗ „ter mir wieder entfloh. Ich war Vater genug, mein „Toͤchterchen zu ſuchen bis in England. Ihr wart „nicht da.— Jetzt hat mir endlich mein Correſpondent „von Euch geſchrieben und daß mein Töchterchen todt „ſey. Ach, es waͤre jetzt eine Tochter von ſechs und „zwanzig Jahren! Laß Deiner Schweſter alſo ein Grab⸗ „mal ſetzen— die Mutter wird ſagen: wo?“

Es entſtand eine aͤngſtliche Pauſe, und endlich las O'Kennyon weiter:

„Nichts aber kann einen Sohn davon erloͤſen, „ſeine Mutter zu ehren, wie ſie auch ſey und was ſie „thue, denn ſie bleibt ihm die Mutter, und das iſt „genug. Jeder weiß, was er thut, und wird davon „Rechenſchaft geben. Ich verbiete Dir alſo: ihr oder

„mir elwa gar vergeben zu wollen— das unterſtehe

„Dich nicht! Mein Gram nahm nun die Richtung: „Geld zu ſammeln, was man denn mit grenzenloſer „Hoffnung thut, die von der Freude daruͤber nie ein⸗ „geholt wird. Ja, ein Geldkuͤnſtler kann ſich zuletzt „blos an der reinen Kunſt und Geſchicklichkeit freuen, „wie man ſich im Theater fuͤr das Gelingen des Pla⸗ „nes eines Boͤſewichtes intereſſirt, ohne einer zu ſeyn. „Das war meine Lebensfreude! Sonſt wohnte ich „eng und ſchlecht, und ging miſerabel gekleidet, ſo daß