—
Zucker ein; mit welcher Muͤhe zum Lächeln ſucht er fuͤr Frau Hurrell einen milchenen Hering aus; mit welchem Schweiß buͤrſtet er ſeinen gewandten braunen Rock aus und putzt jedes Stäubchen, ſchon hundert Schritte vom Hauſe, noch von dem Aermel; mit welcher Salbung troͤſtet er ſeine Pepperell, wenn ſie klagt;
wie weiß er ſich uͤber den Putz einer Frau hoch weg
zu ſetzen, wenn ſie nur eine neue Kuͤchenſchuͤrze, oder nach 10 Jahren einmal eine neue Haube mit leiſen Andeutungen zu wuͤnſchen— ſcheint! Seine Reden ſind dann geradezu herzbrechend, ſo herrlich und wahr ſie ſind, aber man ſieht nur, wie er ſich ſelber Muth, Geduld und Kraft zur Armuth redet, und wie ſeine Secle hinter Augen und Ohren ſich ruͤſtet und einen
Harniſch anlegt, der ſie unverwundbar machen ſoll und
wirklich macht. Iſt das nicht geradezu Deſperation? Denn welcher Mann hat ſeine Frau nicht lieb! Aber die Liebe allein langt bei den Frauen nicht, oder nicht immer—(Berenice entzog ihm die Hand, und ſah duͤſter und erroͤthend mit den ſchoͤnen Augen zur Erde)— oder ſie haben den lieben Mann doch noch lieber, je reicher er iſt. Denn die Sorge iſt den Frauen natuͤrlich, und das Beſorgen dem Manne, hab' ich in Herrn Murdock's Hauſe gelernt.“
„Auch nicht uͤbel!“ ſprach der Fremde wie vor.
„Sehen Sie,“ fuhr Philidor fort,„ich meine nur: auch ein maͤßiges Vermoͤgen nimmt ſchon die Sorge hinweg, ich meine die Noth und den Kummer;


