Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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zum Lieben zu gehalten in ſeiner Bruſt. Sie wars! und es bedurfte zum Zeugniß nicht des Ringes von Iſabella, den er ihr angeſteckt; nicht der goldſchim⸗ mernden Locke, die er aus Stolz erſt jetzt vermißte. Seine Seele war in ihrer Entwickelung auf eine jener wenigen Hoͤhen des Lebens angelangt, wo es ihr hell uͤber ſie ſelber tagt, wo lange genährte eitle Hoff⸗ nungen und leere Gedanken wie taube Bluͤthen auf einmal von ihr abfallen, und ſie ihr wahres Leben und ſeinen Ernſt uͤbernimmt, ganz ſo wie ſie es heimlich ſelber geſchaffen und nun erſt vermocht' èr die Liebende anzuſehen, in Gedanken anzuklagen, ſich

ſelbſt und ſie zu bedauern. Es ſchien ihm, als geb'

es für dieſen Tag keine Zukunft, nur eine ſtille Wie⸗ derholung.

Die Roſſe der zur Reiſe fertigen Reiter Visconti's ſtampften auf dem Schloßhofe drunten; die Bruͤder Beccaria kamen mit lauten Schritten herein. Violante bebte, einen gewaltſamen Auftritt furchtend, denn ſie wußte nicht, um welchen Preis Er frei dahinzog. Aber ohne einen Verdacht oder das leiſeſte Mißvergnuͤgen in ihren Mienen leſen zu laſſen, wuͤnſchte ſie nur ihn hinab zu begleiten! Und ſo brachen ſie eine Verwirrung ab, die nicht zu loͤſen war, und verewigten ſie gleich⸗ ſam in den Gemuͤthern. Francesco ſollte und konnte Violante nicht verlaſſen, nicht ihrem Geſchick preis⸗ geben, obwohl das Geheimniß ihm noch nicht enthuͤllt