Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
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Am dritten Abend, als nun die hunderttauſend ſchoͤnſten und reichſten Mädchen mit all ihrer Habe in die Wohnungen der Prieſter gefuͤhrt waren, als die laute Freude zu ſtillem Entzuͤcken geworden, da erſchien Semakuang wieder vor dem, um vie lieb⸗ liche Moliwha nun aͤrmeren Hauſe. Ihr Name war unter den Jungfrauen von der Tafel geſtrichen, und unwillig, daß das Alles ſo ohne ihn geſchehn auf Er⸗ den, wie die Abend⸗Wolken ohne ſeine Einwilligung am Himmel zogen, roth, golden oder braunlich wa⸗ ren, wie ſie wollten oder mußten, und doch ſeine Empfindlichkeit zu den Wolken hinweglächelnd, trat er ein.

Das alte gute Mutterchen, Lamoé ſchlief mit ihrer kleinen Moliwha im Arm. Vor dem Bett aber ſaß U⸗Muen, und winkte ihm: Stille. Der ſchoͤne Knabe war bis auf die Lenden ettbloͤßt und bot ſein zarteres Fleiſch, ſein ſuͤßeres Blut den Stichen der Muͤcken dar, die er nicht von ſich ſcheuchte, ſondern geduldig ertrug, um ſie von der lieben alten Groß⸗ mutter Geſicht, ihren magern Haͤnden, und von der ſchlafenden kleinen Moliwha abzuhalten, damit es nicht erweckt, ſchreiend die Gute erwecke!

Semakuang ſchien zu gewohnt an die Vereh⸗ rung der Aeltern, an die durch Aufopferung begluͤckte Liebe, daß er dem Knaben die ſeiner Seele wohlthuen⸗ den Schmerzen gern vergönnte. Aber auf ſeinen Rü⸗ cken ſah er auch drei roche Streifen; der Knabe ſchien