hellen Abendroͤthe angeſchienen vor ihr ſtand, ftug ſie mit zitternder Freude: Und Du, biſt Du nicht Se⸗ makuang's Sohn!
So heiß ich; erwiederte er.
O der treuloſen Maͤnner! rief ſie, ihn an den Haͤnden in das Haus ziehend; ſo lange ich lebe, ge⸗ lobt' er mir, bei der Schoͤnheit der Geſtirne, kein Weib zu nehmen, in der Ferne, wo er hin zog, wie er mir ſagte— und doch biſt Du ein Sohn von ei⸗ ner zweiten Frau! Du ſcheinſt erſt dreißig Jahr.—
Drei und dreißig! verſetzte Semakuang.
Und doch habe ich die bange Freude Dich zu ſehr ſein Ebenbild zu beſitzen! Komm', laß Dich bewirthen, ſetze Dich, iß Alles was wir haben! trink Alles was wir haben, und bleibe bei uns, bis ich tod bin— nur die wenigen Tage! ſagte ſie zitternd und ſtreichelte ihm die Wangen.
Mit Seufzen war er in das Zimmer getreten. Das Haus war ihm ein kaltes Haus, das heißt ein — armes Haus erſchienen, und er hatte ſich nicht geirrt. Der Stuhl in den ihn die Alte druͤckte, war nur einfach, nicht geſchnitzt, nicht von Schlangenholz, nur von Sykomor; der kleine Tiſch, den ſie vor ihn ſtellte, nicht von Roſenholz, nur, um feſt zu ſtehen, von ſchwerem Eiſenholz; die Fenſterſcheiben, wie ſonſt vom feinſten Papier, aber nicht von roſenrothem; die von der Decke herabhaͤngende Laterne nicht vergoldet; noch der Wandſchirm mit Gemälden bunt durchwirkt.


