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ſter, der ſchönen Grafin Julie von Aspern, hatte der zärtlich Geliebte heute ſeine ganze Aufmerkſamkeit ge⸗ widmet.— Die Liebe aber laͤßt ſich ſo gern verſoͤh⸗ nen, die ſchoͤne Durchlauchtige verzieh dem Beſchwich⸗ tigenden, mit der eiſernen Nothwendigkeit der Ver— ſtellung Entſchuldigenden. Feurige Kuͤſſe der Verſoh⸗ nung wurden genommen und gegeben, die Unterhal— tung aber, durch die krächzende Oberhofmeiſterin ge⸗ ſtohrt, und Thee und Limonade von neuem, zu be⸗ liebigem Gebrauch, in beſcheidener Entfernung dar⸗ gebothen.
Der unbemittelte Sohn eines Ofſiciers, trat Lud⸗ wig von Harald als Juͤngling unter die Fahnen ei⸗ nes Fuͤrſten, der Geid hoͤher achtete wie Menſchen, Unterdruͤckungen beguͤnſtigte, und zur Unterjochung der Menſchheit, ſeine Unterthanen goldbegierigen Cannibalen verkaufte.
Aelter an Jahren und Erfahrungen, doch eben ſo arm, wie er gegangen war, kehrte Ludwig zurück. Gluͤcklich genung wurde er, einen Grad zuruͤcktretend, wieder eingeſtellt, und unmuthsvoll erwartete er, bei der kaum lebensfriſtenden Beſoldung, im Dachſtuͤb⸗ chen ſeiner geiſtigen Ausbildung obliegend, die Hoff⸗ nung einer neuen, einer beſſeren Laufbahn.
Aus ihrem Schtummer erwachte die Natur, laue Fruͤhlingslüfte lockten den Einſamen an einem heite⸗ ren Morgen aus ſeinem Kaͤmmerchen und von ſeinen Büchern, in den, der Stadt ſich KiSn fuͤrſtlichen Park.


