Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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pfand, wollte ſich gar nicht geben; man ſah ſich ge⸗ genſeitig an, man ſchwieg, und Fray Vicente, der ſo eben mit Don Mathias ankam, ſagte zu dem Doc⸗ tor:Jene und wir ſprechen gar nicht mehr eine und dieſelbe Sprache, das Band der Erinnerungen iſt zerriſſen, wir haben nicht mehr eine gemeinſame Vergangenheit, und folglich kein gemeinſames Va⸗ terland mehr. 8.

Das Vergangene warb indeß bald vergeſſen, und man ſprach bald nur von der Zukunft, von dieſer neuen, unermeßlichen Zukunft, die ſich vor der frei⸗ gewordenen Nation jezt eroͤffnete. Alle uͤberſchauten dieſe weitaus ſehende Laufbahn mit gleicher Freude, allein, wie man bald merken konnte, bei weitem nicht mit gleichen Wuͤnſchen. Don Iſidro erklaͤrte, daß die repraͤſentative Regierung, die einzige, welche die vieljaͤhrigen Wunden der Monarchie zu heilen im Stande ſei, nie tiefe Wurzeln ſchlagen koͤnne, wofern nicht den Eſtamentos oder Staͤnden eben ſo wie einſt vor den Anmaßungen Karls des Erſten wieder die Nationalfreiheit anvertraut wuͤrde. Don Ma⸗ thias meinte dagegen, es ſei vielmehr Zeit, die poli⸗ tiſche Ordnung der Dinge der religioͤſen anzupaſſen, das Evangelium in die Geſetzgebung aufzunehmen, und jene allgemeine Gleichheit einzufuͤhren, welche bereits das Chriſtenthum verkuͤndet habe. Viele gaben ihren Beifall zu erkennen. Er fuͤgte drauf hinzu, die Cortes ſollten den Adel aufheben; dieſe Aeußerung ward mit einmuͤthigem Lachen aufgenom⸗ men. Die Halbinſel iſt dasjenige Land der Erde,