Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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im Gebet begriffen; ihre Stellung war bei allen eine und dieſelbe, jeder begleitete dieſelben Toͤne mit den⸗ ſelben Geberden, ſogar ihre Augen erhoben und ſenk⸗ ten ſie gleichzeitig. Ich weiß nicht, ob ich Recht habe; allein es kam mir vor, als ob jenes unwandel⸗ bare Geſetz, das ſie zwang, jeden Tag, ja jede Stunde ihres Lebens aͤhnliche Acte zu vollziehen, und noch mehr, jene aͤußeren Andachtsuͤbungen und vorge⸗ ſchriebenen Formen, in welche die innere Andacht des Gemuͤths gleichſam eingezwaͤngt iſt, etwas an ſich haͤtten, das die ruͤhrende Majeſtät des Gebets herabwuͤrdigte. Dieſer Erguß von menſchlichen Wuͤnſchen, Beſorgniſſen und Gewiſſensbiſſen bezeugt zu gleicher Zeit die Wuͤrde des Menſchen, da er ja an einen Gott glaubt, und auch ſeine Schwachheit, indem er ja doch etwas fuͤrchtet oder wuͤnſcht. Es ſollte folglich ganz frei ſein, wie die Regungen des Gewiſſens, und eben ſo tief und innig, wie die Ein⸗ gebungen des Gemuͤths. In dieſer ſclaviſchen und mechaniſchen Form erkenne ich es nicht wieder.

„In den beiden erſten Chorſtuͤhlen,“ ſagte Fray Vicente zu mir,„ſehet ihr einige junge Moͤnche, die glhend gegen die Freiheit eingenommen ſind. Sie wurdenwaͤhrend des Krieges geboren, folglich konnte die Revolution, welche derſelbe in den Anſichten und Sitten hervorgebracht hat, bei ihrem Austritt aus der Wiege noch nicht auf ſie einwirken. Sie wuͤrden ſich entſetzen, wenn ſie in die Welt hinaustreten ſoll⸗ ten, in dieſe belebte Hoͤlle, wovon man ihnen ein gar grauenvolles Bild entworfen hat. Hinter dieſen