Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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Heerde feſtſetzt, bann nimmt ſie unſtreitlg einen wedt furchtbareren Character an, als in eurem Lande, wo die hoͤhere Geſittung die Gemuͤther gleich dem Klima gemildert hat; indeß eure Romane, ſo oft ſie Spa⸗ nien ſchildern, ſtutzen ſich beſtaͤndig auf die Ueberlie⸗ ferungen der alten Zeit. Heutzutage ſind die Sitten bei uns nicht mehr rein genug, noch die Gefuͤhle ſo ritterlich, daß die Furcht vor einem gluͤcklicheren Nebenbuhler in die eheliche Verbindung eine Leiden⸗ ſchaft bringen koͤnnte, die nur aus feuriger Liebe oder aus der Schwierigkeit der Entſchaͤdigung entſpringen kann. Die Frau bei uns in Spanien, anſtatt in ir⸗ gend einer Art von Abhaͤngigkeit zu ſtehen, herrſcht im Gegentheil mehr als jede andere, und ſteht an der Spitze der haͤuslichen Angelegenheiten; die Traͤgheit der Maͤnner iſt mit dieſer angemaßten Herrſchaft nicht unzufrieden, und wie viele Abſonderungen und Beeintraͤchtigungen auch immer gegenſeitig vor⸗ fallen moͤgen eine geheime Macht treibt uns mehr als irgend anderswo dazu an, die Herrſchaft anzuerkennen, welche die Natur demjenigen Ge⸗ ſchlechte, welches allein Vitten zu erhoͤren vermag, uͤber das andere verliehen hat, das blos ſich auf Bitten legen muß. Unter einem Himmelsſtrich, der eben ſo ſtreng und ſo gluͤhend iſt, wie das Klima der Tuͤrkei, koͤnnte blos die Vielweiberei und die Skla⸗ verei uns vor dieſem Uebergewicht ſchuͤtzen. und iſt dies nicht eben die Urſache der haͤuslichen Einrichtun⸗ gen, die wir zu unſerem Erſtaunen zu allen Zeiten in dem alten Aſien antreffen?