55 die ſpaniſchen und franzoͤſiſchen Gardiſten eilten her⸗ bei. Der Park ward von allen Seiten her beſetzt, die ganze Rotte des furchtbaren Großrichters er⸗ ſchien, unter ihnen befand ſich auch die Gitana. In ihrem weißen, im Winde wogenden Schleier und mit ihrem flammenden Blick ſah ſie aus wie einer von jenen Geiſtern des Nordlands, die das Feuer der Schlacht und des Gemetzels nach der Sage anfachen ſollen.„Bringt ſie alle um,“ rief ſie den Moͤr⸗ dern zu,„alle, nur den Pepe nicht! der Einaͤugige ſoll leben und eines langſameren Todes ſterben.“
Das Geſchrei der Henker und der fallenden Schlachtopfer toͤnte durch einander. Mitten in der allgemeinen Verwirrung gelang es uns, ſo lange Widerſtand zu leiſten, bis das Waffengeraͤuſch zu dem Wachthauſe und zu den Kaſernen am Thor San Vincente gedrungen war, und einige franzoͤſiſche Regimenter zu unſerem Beiſtande herbeirief. For⸗ tunato, der ſich unter den wildeſten Angreifern be⸗ merkbar gemacht hatte, bemerkte ſie zuerſt und er⸗ griff die Flucht. Bei Annaͤherung der Truppen entfernte ſich auch noch die ganze uͤbrige Quadrilla, und fuͤhrte die Graͤfin Matea gefangen mit ſich fort. Bertrand ſuchte vergebens die Banditen einzuholen. Antoͤnio reizte ihn waͤhrend der Flucht durch Spoͤt⸗ tereien und Hohnreden, und ſo kamen beide an eine lange Mauer; der Andaluſier kletterte flink an der⸗ ſelben hinauf, und drauf ſahen wir die Spanier wieder zu Pferde ſich auf den Hoͤhen zerſtreuen. Der Koͤnig ließ ihnen nachſetzen, allein es war be⸗


