cken glaubte.—„Gieb mir,“ rief ſie mir zu,
„gieb mir meinen Angel wieder, gieb mir meinen Ca⸗ lixto, gieb mir meine Mutter wieder, die bei der Nachricht von der Ermordung meines Bruders und meines Braͤutigams todt zu Boden geſunken iſt. Du haſt ja da Blut an deiner Hand; es iſt ihr Blut, du haſt ſie umgebracht!“— Wußte vielleicht die
Ungluͤckliche, daß meine ungluͤckliche Wahl die beiden
Kaſtilianer fuͤr den Maͤrthrertod beſtimmt hatte. Unterdeß warf die Dochter Leonardo's ihre Blicke um ſich her, und lachte beim Anblick der Moͤrder ih⸗ res Geliebten. Dies Lachen, welches ſie unter Zu⸗ ckungen des Schmerzes und des Wahnſinns aufſchlug, war das erſte, was den kaiſerlichen Truppen jenſeit der Pyrenaͤen vorgekommen war. Das Geſchmet⸗ ter der Trompeten, dieſe Klaͤnge, die den Franzoſen, den Deutſchen, den Polen ſo lieb geworden waren, ſchienen dieſes verwirrte Gemuͤth zu erfreuen, ſie fieng an, vor den feindlichen Legionen her zu tanzen, und eilte unter herzzerreißenden Toͤnen ihrer Stimme von einem Muſikchor zum andern. Die Regimenter machten jezt Halt, die kriegeriſche Muſik ſchwieg, tiefe Stille herrſchte die ganze Linie entlang, und man hoͤrte blos das Klirren der zehntauſend Gewehre, die in einem und demſelben Moment an den Fuß ge⸗ ſtellt wurden. Catalina ſtieß einen Schrei des Ent⸗
ſetzens aus. Mit emporgehobenen Armen und ſtie⸗
rem Blick blieb ſie einen Augenblick aufmerkſam da⸗ ſtehen, gleichſam als ob eine innere Stimme es ihr ſagte, daß dieſe Soldaten eben diejenigen waͤren,


