Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
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der aragoniſchen und kaſtilianiſchen Nationalfarbe hin und her wogte, und ein langer ſchwarzer Schlei⸗ er verbarg ihr Angeſicht den Augen aller. Sie ſchien die Behandlung des Barbiers zu fuͤrchten, der ſie indeß dadurch beruhigte, daß er ſich einen latei⸗ niſchen Chirurgus nannte, und ſogleich ſuchte er durch barbariſche Phraſen die Wiſſenſchaft, die er zu verſtehen vorgab, zu beglaubigen.„Non est profundum!“ rief er, indem er die Wunde unter⸗ ſuchte.„Nihil est, als hoͤchſtens eine Adynamie oder Schwaͤche, durch den Blutverluſt verurſacht, den die Wunderkraft der heiligen Caſilda ſo gluͤcklich geſtillt hat.“—„So ſind denn alſo meine Gebete wirklich erhoͤrt worden!“ unterbrach ihn jezt die Zigeunerin, indem ſie ihre Haͤnde mit einem lebhaf⸗ ten Ausdruck von Freude faltete. Bei dieſen Wor⸗ ten hob die Unbekannte das Haupt empor, und knuͤpfte eine goldene Kette um den Hals der Gitana, die dadurch eben ſo ſehr uͤberraſcht als erfreut war. Mein Bruder regte ſich jezt.—„Er regt ſich, er athmet wieder,“ rief ganz laut mit einem Tone, der mich vor Freude bebend machte, diejenige aus, die ich die Heldin von Saragoſſa nennen hoͤrte. Sie warf ſich uͤber Alonſo's Lager hin, und ich war im Begriff, ihr nachzuahmen, da ſagte eine leiſe Stim⸗ me:„Was iſt das? iſt ſie es nicht, die ich ſo eben hoͤrte?“— Und alle draͤngten ſich jezt um den Verwundeten herum, um ſeinen erſten Lebenshauch aufzufangen. Indeß er ſchwieg, und blieb bewußt⸗ los. Voll Frende, ein weibliches Herz gefunden