20 dem Einfluß des Kaiſers vielen Dank, daß er fuͤr die Monarchie ein neues Zeitalter von Groͤße herbei⸗
fuͤhren, und mir an der Stelle einer ewigen Ruhe einen thaͤtigen Wirkungskreis, ſtatt der Knechtſchaft
Freiheit, ſtatt der bisher erlittenen Beleidigungen
Ehrenauszeichnungen verſchaffen wuͤrde.
Euch iſt bekannt, welchen reißend ſchnellen Gang
die Begebenheiten damals nahmen. Napoleon war unvermuthet in Bayonne angekommen; wenige Tage
nachher begab ſich der Infant Don Carlos und ſein Bruder, der Koͤnig, ebenfalls dahin; eben ſo Godoy und ſeine entthronten Gebieter. Alle unſere Bour⸗ bons erwarteten von dem Lenker der Weltſchickſale,
daß er ihre Streitigkeiten entſcheiden ſolle. Don
Ferdinand hatte vor ſeiner Abreiſe mir einen bedeu⸗ tenden Poſten in ſeiner Kapelle angewieſen, und ich ſchickte mich nun an, den Aufenthaltsort zu verlaſ⸗ ſen, wo ich ſo viel gelitten hatte; aber an eben die⸗ ſem Orte hatte ich ja auch Matea geſehen und ge⸗ liebt,— ſeltſame Stimmung des menſchlichen Her⸗ zens! Ich entfernte mich mit einer tiefen Ruͤhrung aus dieſer duͤſtern Behauſung, die ich ſo lange zu verlaſſen mich geſehnt hatte. Ich kam gerade nach Madrid waͤhrend der denk⸗ wuͤrdigen Scenen des 2. Mai. Der Anblick einer blutgierigen Poͤbelmaſſe, die von Prieſtern zum Mord⸗ gemetzel angeleitet wurde, dieſer unerwartete Anblick machte auf mich einen tiefen Eindruck. Ich begriff nun zum erſtenmal, was Anarchie ſei, und meine Moͤnchsgewoͤhnungen verbanden ſich mit meinen


