Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
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ten wir allmaͤhlig unter die Gewoͤlbe, unter denen eure Mitbuͤrger vor hundert Jahren zum leztenmal mit den Waffen in der Hand geweſen waren. Jeden Tag ward mein Verhaͤltniß mit den fran⸗ zoͤſiſchen Offizieren enger und vertrauter. Mir ge⸗ fiel ihr Weſen, das ſo frei, obwohl minder roh als das unſere, das ſo ſtolz war, und doch ihr Selbſi⸗ gefuͤhl und ihre Verachtung unter leichten und ge⸗ ſchmeidigen Formen verbarg. Mir gefielen eure Soldaten, ihre breiten Narben, und jene ruhige Ge⸗ muͤthsſtimmung, die keine Gefahr, wohl aber den Sieg kannte, ihre Erzaͤhlungen von heroiſchen Zei⸗ ten, worin die Erinnerungen an das alte Aegypten ſich mit denen an Polen und Italien verbanden, worin ſich ferner nicht das mindeſte Erſtaunen uͤber Großthaten ausſprach, die durch alle kommenden Jahrhunderte die Welt in Verwunderung ſetzen wer⸗ den, und worin uͤberhaupt auch nicht die leiſeſte Ahndung hervorſchimmerte, daß das Geſchick ihnen noch irgend einen Widerſtand entgegenſtellen oder wohl gar eine Herrſchaft zertruͤmmern koͤnne, die ſie

auf den Ruinen von Memphis, von Palmyra und

von Rom hatten gruͤnden helfen. Jeder Soldat fuͤhrte die Sprache des franzoͤſiſchen Kaiſers; eben dieſelbe Verachtung des Vergangenen, dieſelbe Un⸗ bekuͤmmerung um die Wuͤnſche und Anſtrengungen der Voͤlker, daſſelbe Bewußtſein irgend einer gewiſ⸗ ſen uͤbermenſchlichen Kraft, welche die Menſchen ver⸗ lachte und an keinen Gott dachte; alle ſprachen ſo, als ob ſie das Schickſal ſelber waͤren. Napoleon