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Ich fuͤrchtete, ſeinem leibenden Herzen eine Beruhi⸗ gung zu rauben, wenn ich ihm entdeckte, daß außer der Theilnahme an ſeinem Uungluͤck noch ein ganz an⸗ deres Intereſſe mich in ſeine einſame Abgeſchieden⸗ heit fuͤhrte, und ich ergab mich alſo lieber darein, es abzuwarten, bis er mir durch Erzaͤhlung ſeiner eigenen Geſchichte den Aufſchluß gabe, auf den ich ſo begierig war. Er willigte endlich ein, mir die Fortſetzung aller der wechſelnden Schickſale zu geben, die ſein Leben bewegt hatten. Ich konnte ihm nicht zuhoͤren, ohne ſeine Erzaͤhlung im Stillen mit den Denkwuͤrdigkeiten Alonſo's zu vergleichen. Moͤge der Leſer dieſer Blaͤtter, wenn er gleich mir durch die Verſchiedenheit der Sprache und der Anſichten ſich uͤberraſcht fuͤhlt, bei dieſer Gelegenheit uͤber die Un⸗ ſicherheit aller menſchlichen Urtheile nachdenken und zugleich erwaͤgen, welche duldſame Nachſicht ſich ent⸗ gegengeſetzte Partheien gegenſeitig ſchuldig ſind! Der Anblick uͤberlegener Menſchen, die durch einen und denſelben Wunſch in ganz entgegengeſetzte Rei⸗ hen binuͤbergezogen werden, lehrt uns, daß wir niemanden haſſen ſollten, als blos die Verfolger, niemanden verachten, als blos die Abtruͤnnigen.
Zu welchen Verirrungen kann nicht ſelbſt unſer eigenes Gewiſſen verleitet werden, ſobald wir die menſchlichen Angelegenheiten unter einem einzigen Geſichtspunkt betrachtend, das Nuͤtzliche von dem Gerechten abſondern? Jeder, der zu Begehung von Frevelthaten gemeinſchaftliche Sache macht, wird ſich vergebens mit dem fuͤrs Ganze erwachſenden


