blos um die Abſolution baten? Ich ſah, wie der tugendhafte Azanza, obwohl er ein Mitglied der Regentſchaft iſt, nur mit großer Muͤhe die Begnadigung einiger Catalonier auswirkte, deren ganzes Verbrechen darin beſtand, daß ſie bei der Ruͤckkehr von ihrer Arbeit den Pfriemen in der Hand trugen, womit ſie ihr Gewerbe treiben. Noch nicht genug; man verſichert, daß zweihun⸗ dert Madridder von jedem Alter und Geſchlecht, die man im Kampfe gefangen genommen, hier im Prado die Strafe fuͤr ihre Empoͤrung empian gen werden.
Ich zitterte bei dieſen Worten und eilte Maria's Wohnung. Die Hausthuͤr ward mir erſt nach vielen Schwierigkeiten geoͤffnet, die Fen⸗ ſter waren zerbrochen, und die Mauern waren durch von allen Seiten her angeflogene Flinten⸗ kugeln beſchaͤdigt. Ein kalter Schweiß uͤberlief meine Glieder; ich trat raſch hinein und flog wie ein Blitz die Treppe hinauf. In einer langen Gallerie, die von zwei Wachskerzen nur matt erhellt wurde, betete eine Frau und ein Offizier in grauem Haar vor einem Kruzifix. Don Ma⸗ thias ſagte ihnen die Gebete vor, und alle drei weinten. Der Offizier war Don Luis, und die Frau war Donna Leonor. Ich fragte ſie:„Meine Schweſter! wo iſt meine Schweſter?“ und ihre Thraͤnen verdoppelten ſich. Endlich vermochte Don Mathias mir zu antworten:„In dem Moment des Handgemenges ließ die Markiſin


