278 ohne weiteres meine Reiſe fort. Mein Weg fuͤhrte mich durch das jezt ſo ſchweigende und verddete Thal von Aranjuez, das noch unlaͤngſt von ſo freudigem Jubel wiederhallte. Selbſt der alte Hof bewohnte nicht mehr jenen Palaſt, wo er hatte erfahren muͤſſen, daß der Gehorſam eines Volkes bei uͤbergroßer Gefahr und bei uͤbergroßem Ungluͤck ein Ende hat. Der Koͤ⸗ nig Karl und die Koͤnigin Marie Luiſe warteten im Escurial, bis der Eroberer, deſſen koͤnigliche Klien⸗ tenzahl ſie noch vermehrten, ſie vor ſeinen Richterſtuhl fordern wuͤrde. Ich traf nach kurzer Friſt in Ocag⸗ na ein.
Nach drei Tagen erfuhr ich, daß Maria gerade zu derſelben Stunde durch das Vega-Thor nach Ma⸗ drid hineingefahren war, wo ich durch das Toledo⸗ Thor heraus reiſte. Der Markis, der minder als ſeine Gemahlin uͤber das Verfahren des Großherzogs erſtaunt war, uͤberließ ſich nun ganz der Freude, wie⸗ der im koniglichen Palaſt zu erſcheinen, wieder in ſein thaͤtiges Leben— wie er es nannte— einzutreten, die gewoͤhnliche Reihe von Aufwartungen theils zu machen, theils ſelber anzunehmen, dieſe unwandel⸗ bare Anordnung, dieſe regelmaͤßige Ausfuͤllung ſeiner Tagesſtunden wiederzufinden, die von Jugend auf ſein ganzes Daſein beſchaͤftigt und ausgefuͤllt hatte. Er ward fur die Reiſe auserwaͤhlt, die der junge Prinz zu unternehmen im Begriff war. Der alte Kammer⸗ herr druckte beim Abſchied Marien an ſein Herz und ſagte zu ihr:„Ich entferne mich von euch nur auf wenige Tage; wir werden wohl kaum bis nach Bur⸗


