Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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275 euer Land bereits inwendig und auswendig kenne.“— „Dann wird,“ erwiederte ich,„es dem hohen Scharf⸗ ſinn Euer Kaiſerlichen Hoheit nicht entgangen ſein, daß dies Land durchaus von allen den Ländern ver⸗ ſchieden iſt, die Sie irgend bisher durchzogen haben. Blos der Hof hat einige Aehnlichkeit mit den auswaͤr⸗ tigen Hoͤfen. Ungeachtet der Pyrenäen, ungeachtet aller der politiſchen und religioſen Scheidewände, welche die Schranken der Natur nur noch mehr ver⸗ ſtärkt haben, iſt bis zu unſeren Granden etwas von den Sitten und Gebraͤuchen der uͤbrigen Welt hindurch gedrungen. Da dieſe nun außerdem noch durch un⸗ ermeßliche Reichthuͤmer, durch ihren beſtaͤndigen Auf⸗ enthalt in Madrid, durch gemeinſchaftliche Familien⸗ bande und durch ihre Palaſtbedienungen von ihren Mit⸗ buͤrgern getrennt ſind, ſo haben ſich die Zuge des Na⸗ tionalcharacters in ihnen vollig verwiſcht, und Euer Kaiſerliche Hoheit werden alſo nicht auf dieſe hoͤheren Stände ihre Blicke richten duͤrfen, um ein richtiges urtheil zu fällen. Außer der Grandezza werden Sie zehn Millionen Spanier erblicken, die mitunter eben ſo aufgeklärt ſind, wie die mittleren Klaſſen im uͤbri⸗ gen Europa, dazu nuͤchtern und maͤßig, gleich den aͤr⸗ meren Volkern, aber auch ſtolz und muthig, gleich den freieſten, blos zwei Dinge liebend, naͤmlich die Ruhe und den Krieg, und blos eines fuͤrchtend, un⸗ gerächt zu ſterben. Man hat alle Achtung vor Spa⸗ nien verloren, weil man ſeit dreihundert Jahren nur die Spanier des Hofes geſehen hat, die Spanier des Landes

erwarten blos einen einzigen Anſtoß von außen, um 18*