Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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fangenſchaft etwas gemildert wurde; ſogar ein Brief durfte bis in ihre Haͤnde gelangen. Das Herz mei⸗ nes Vaters lebte von neuem wieder auf, als er meine vom Monarchen empfangene Gunſtbezeigung erfuhr, meine Mutter benetzte mit ihren Thraͤnen das Papier, welches ihr meine Liebe und mein Gluͤck verkuͤndete. Dank ſei es dem Triumphe Ferdinands! zum erſtenmal ſahen die Kerker der Inquiſition Freudenthraͤnen fließen.

So warf denn nun alſo die neue Regierung ſogar bis in duͤſtre Kerker einen Strahl der Freude. Nie machte eine Thronbeſteigung ſo viele Hoffnungen rege, als dieſe. Die Freudenfeuer, die man am 19. Maͤrz auf den Hauptplaͤtzen von Aranjuez und Madrid an⸗ zuͤndete, pflanzten ſich auf der einen Seite bis zu den Saͤulen des Herkules, auf der andern bis zu den Bergſpitzen der Pyrenaͤen fort, und ſie erleuchteten zu gleicher Zeit das Gefaͤngniß Godoy's, die einſame Abgeſchiedenheit des vormaligen Hofes, und das Zelt der franzoͤſiſchen Soldaten. Ueberall aͤußerte ſich Freude und Gluͤck, in der Strohhuͤtte, in den Kloͤ⸗ ſtern, in den Palaͤſten, auf dem Boden der Krone Aragoniens, wie bei den Unterthanen der Krone von Kaſtilien. Ganz Spanien hatte nur eine Stimme, um die Thronbeſteigung des Wiederherſtellers der Mo⸗ narchie zu begruͤßen. Dieſer Tag ſchien auf einmal alle die Uebel der vorhergehenden langen Regierung wieder gut gemacht zu haben,— und doch war er blos der An⸗ fangspunkt einer Periode des furchtbarſten Ungluͤcks.