58 Hier unterbrach ich ihn heftig; denn wenn der Name Godoy erſt einmal uͤber ſeine Lippen kam, dann war in ſeinen uͤbereilten und heftigen Aeußerungen kein Ende abzuſehen. Er wickelte nun den einen Arm aus ſeinem blauen Mankel heraus, in den er ganz vergraben war, faßte den meinigen, und begleitete mich auf meinem Wege.„Ihr ſeid recht gluͤcklich,“ fuhr er weiter zu reden fort,„daß ihr euch in der Welt umgeſehen und Pulver gerochen habt; ich hingegen muß nun ſo mit Schmerz meinen Degen, meine Treſſen und mich ſel⸗ ber in der Unthaͤtigkeit verroſten ſehen, worin unſer ungluͤckliches Spanien hinſchmachtet. Meine Geliebte macht mir durch ihre wuͤthende Eiferſucht dieſes Leben zur Holle, und mein Beichtvater behauptet, ich wuͤrde in jenem Leben druͤben ebenfalls in die Holle kommen; ich wuͤrde daher, ſo wie ich hier bin, Moͤnch werden, wenn ich nur an einen Gott glauben koͤnnte, allein ich glaube an nichts, ſo lange ich auf Erden eine heidni⸗ ſche und unterdruͤckende Religion, nichtswuͤrdige und verderbte Prieſter, eine gebrechliche und doch tyran— niſche Obergewalt, unverdientes Gluͤck und Ungluͤck ſehe, beſonders aber leibliche Bruͤder, die... Ach, das beſte, was ich in der Welt thun koͤnnte, waͤre, eine von den Uniformen von weichem Linden⸗ holz anzuziehen, welche die hochadeligen Hände mei⸗ nes Vaters in frommer Andacht von fruͤh bis Abends verfertigen. Ichkönnte dann meine Erſtgeburtsrechte, die man mir ſo ſehr beneidet, meine Ehrengrade, meine Hoffnungen, und meine ohnehin entwuͤrdigte Abkunft dem Teufel und ſeinem Gelichter uͤberlaſſen.“
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