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56 Der Comthur antwortete mir darauf nicht. In der Ueberzeugung, daß der Gebieter uͤber unſere Schick⸗ ſale in mir keinen Helfershelfer ſeiner Niedertraͤchtig⸗ keiten finden wuͤrde, ſtellte er ſich vor einen Spiegel hin, brachte ſeine Haare in Ordnung, kam dann zu⸗
ruͤck, und fieng an mit dem Knopf meines Degens zu
ſpielen, waͤhrend der Zorn aus ſeinen Augen blitzte. Eine Weile darauf fragte er mich:„Was ſagt Ame⸗ rika?“ und ſeine Frage ſelber beantwortend fuͤgte er hinzu:„Es iſt wohl ſtets treu, ſtets ergeben, uͤber⸗ ſtroͤmend von Gold und Silber? Vortrefflich! Man hatte mich auch ſchon immer verſichert, daß es taͤglich mehr unſere vaͤterliche Regierung ſegne.“ Ich wollte jezt das Wort nehmen, um nicht mitſchuldig an den Täuſchungen zu ſein, worin ſich dieſe verzogenen Kin⸗ der des Gluͤckes einwiegten; allein er fuhr fort:„Es iſt ſchon ſpät; ihr werdet nach der koͤniglichen Mittags⸗ tafel um zwei Uhr zu mir auf's konigliche Schloß kom⸗ men; die Koͤnigin wuͤnſcht euch zu ſprechen. Geht jezt mit Gott.“— Der Ton, womit er dieſe Worte ausſprach, verrieth hinlaͤnglich, welchen Groll ich mir zugezogen hatte; ich war nahe daran, mich daruͤ⸗ ber zu freuen. Es giebt Menſchen, ja es giebt Ge⸗ walthaber, von denen man ſich nur eines wuͤnſcht,... naͤmlich ihre Ungnade.
Die Beweiſe der koniglichen Gunſt ſchienen mir durch die Hand, die mir ſie uͤberbracht hatte, voͤllig entweiht. Der Kammerherr erzaͤhlte mir nachher, daß der Chef der Staatskanzellei, ohne von Jaime den mindeſten Befehl dazu gehabt zu haben, die koͤnig⸗


