Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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dern“—„Weib, ich verſtehe dich nicht.“— „Ihr verſteht mich nicht? Soll ich vor Euer Ex⸗ cellenz das Geheimniß enthuͤllen, welches eine verraͤ⸗ theriſche Plauderhaftigkeit euch anvertraute?“ Bei dieſem Worte eilte die Tochter Domingo's voll Ent⸗ ſetzen vorwaͤrts, um die fernere Aeußerung der ſon⸗ derbaren Frau zuruͤckzuhalten, welche nun weiter fort⸗ fuhr:„Ihr verſteht mich nicht? Nun gut, ſo be⸗ greift wenigſtens dies eine: Die Markiſin von C***, die ſtets eure gluͤckliche Nebenbuhlerin war, wird der⸗ einſt als Wittwe mit Alonſo ihre Titel und ihr Ver⸗ moͤgen theilen.“ Die Graͤfin war wie zu Boden ge⸗ druͤckt.„Weib,“ rief ich aus,„was ſprichſt du? die Markiſin von C*** iſt ja ſeine Schweſter.“— „Seine Schweſter?“ erwiederte die Gitana. Ein lautes hoͤhniſches Gelaͤchter begleitete dieſes Wort, und zugleich verſchwand die Iie in den Schat⸗ ten des Berges.

Donna Matea reiſte den folgenden Tag nach Ca⸗ dix ab. Ich gab ihr das Geleit bis an die Scheide⸗ grenze des Kloſtergartens. Hier, als ich in ihrem Wagen, an ihrer Seite ſaß, neigten ſich ihre Lippen auf meine zitternde Hand herab, als ich dieſelbe vor jenem eiſernen Kreuz bewegte, zu deſſen Fuͤßen ich er⸗ fahren, daß der Menſch zur Liebe geſchaffen iſt. Die Weiſſagungen der Prophetin, und das, was in ihren Hrakelſpruͤchen fuͤr mich drohendes lag, erfullten meine Seele, und ich konnte mich eines gewiſſen aberglaͤu⸗ biſchen Gefuͤhls nicht erwehren, welches mir den Ab⸗ ſchied minder ſchmerzlich machte. Ach, warum gab