ſie vor den Augen beider Heere wie ein geiſterhaftes Weſen erſcheinen. Ihre Worte weckten in den Ge⸗ muͤthern jene Feuerbegeiſterung, wovon ihr Gemuͤth erfuͤllt war, und die Indianer und ſelbſt die Kreolen hielten ſie fuͤr jene mexikaniſche Jungfrau, deren Wil⸗ len ſie verkuͤndigte, und deren Macht ſie zu lieben und zu verehren gewohnt waren.
»Sie wird mit allen ihren Chapetonen“— rief ſie in ihrem uͤberſpannten Religionseifer aus— „geſtͤrzt werden, dieſe heilige Jungfrau, die aus Europa heruͤber gekommen, und von den Chapeto⸗ nen bei uns eingefuͤhrt worden iſt. Ihr wißt es ja ſelber, ob nicht Mexico, ſo oft es bei oͤffentlichen Un⸗ faͤllen unſre liebe Frau de los Remedios anflehte, je⸗ desmal genoͤthigt war, von ihren ohnmaͤchtigen Al⸗ taͤren zuruͤckzutreten und zu unſerer heiligen Jungfrau ſeine Zuflucht zu nehmen; ihr wißt es, ob nicht un⸗ ſere liebe Frau von Guadalupe immer die Wuͤnſche erhoͤrt, die ihre Nebenbuhlerin nicht zu erfuͤllen im Stande iſt. Sie, die eine Amerikanerin wie wir iſt, hat auch dieſelben Feinde wie wir; ſie kaͤmpft, wie wir, fuͤr einen Altar und fuͤr ein Vaterland.“
Auf dieſe Anrede draͤngten die Rebellen mit er⸗ neutem Muthe unſere Angriffe zurück, und die Hel⸗ din, die ſich jezt ſchon der Trunkenheit des Sieges berließ, ſah bereits im Geiſte, wie das freigewordene Mexico ſich unter ſeinen Mithuͤrgern einen Beherrſcher ausſuchte, den wuͤrdigſten erwaͤhlte, und auf das Haupt ihres Geliebten eine Krone ſetzte, an welcher der Rame der ungluͤcklichen Guatimotzila, von dem


