Wagen auf Wagen rollte vor den Palaſt der Fürſtin.
„Meine Gäſte,“ ſprach ſie, indem ſ ſie Ludwig die Feder reichte,„unterzeichnen Sie.“
Der König lehnte mit anmuthiger Galanterie ab.
„Unterzeichnen Sie!“
Kaunitz verfolgte die Scene mit geſpannter Aufmerk⸗ ſamkeit.
„Für die Czaarin,“ ſagte die Fürſtin, unterſchrieb und gab die Feder dem König. Dieſer ſetzte eben ſo raſch ſeinen Namen unter das welthiſtoriſche Dokument. Zuletzt Kaunitz.
„Im Namen Maria Thereſia's',“ ſagte er ernſt.
„Ihre Angſt um mich hat Sie verrathen,“ flüſterte Ludwig der Ruſſin zu,„Sie lieben mich.“
„Die Geſellſchaft!“
Beide Thüren wurden weit geöffnet, Gäſte der Fürſtin füllten raſch den Saal.
Miniſter Machault ſtellte Fräulein von Severin der Herrin vor. Ihm folgten Richelieu, der Leibarzt Quesnay, der preußiſche Geſandte, Bernis, Crebillon und Couſtou.
Raſch bildeten ſich Gruppen und die Fragen des Tages flogen von Lippe zu Lippe.
„Meine Damen, meine Herren,“ ſprach der König, „ich grüße Sie, was giebt es Neues in Paris?“
„Man unterhält ſich heute mit einer neuen politiſchen Theorie, Sire,“ antwortete Quesnay.
„Wie ſo?“ meinte der König.
„Mit einer Brochüre,“ ſprach Crebillon.„Es giebt. heute in Ihrer Hauptſtadt, Sire,“ fuhr Quesnay


