Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Sie ſah ihn vorwurfsvoll an. Er faltete bittend ſeine Hände.

Nein!

Ich beſchwöre Sie, flehte er.

Nein!

Dann ſehe ich! entgegnete Kaunitz ruhig.

Die Fürſtin hielt ihn zurück.

Um Gotteswillen, das Zimmer iſt erleuchtet, man er⸗ kennt Sie!

Dann ſehen Sie ſelbſt.

Die Fürſtin blieb im anmuthigſten Trotze, den Kopf erhoben, ſtehen.

Langſam ſchritt er gegen das Fenſter. Jetzt war ſie raſch an demſelben und beugte ſich herab. Er ſetzte ſich in einen Lehnſtuhl zu ihr, ſo daß ihn Niemand bemerken konnte und fragte leiſe:Wer iſt es? Der König?

Knyphauſen!

Sie wollte fort, er hielt ſie zurück und rückte mit dem Stuhle näher zu dem Fenſter.

Um ſo beſſer, ſagte er,der preußiſche Geſandte in Ihrem Netze, das dürfen wir uns nicht entgehen laſſen.

Die Fürſtin ballte in komiſcher Wuth die Fauſt.

Kaunitz rückte noch näher.

Sie erſcheinen im Fenſter, wie ihn das rühren wird.

Die Abendluft verſchlang eben den letzten Paukenſchlag.

Die Muſik ſchweigt, das bedeutet etwas, ſprach der Graf,was thut er? Er machte Miene, ſich zu erheben. Die Fürſtin drückte ihn in den Seſſel, dann beugte ſie ſich über die Brüſtung.

Er er blickt hinauf.